Drachenboot - Die Geschichte

Um die Ursprünge des Drachenbootsports ranken sich viele Legenden. Die wohl bekannteste Version geht zurück nach China in das 3. Jahrhundert. Zu der Zeit versuchte der Dichter Qu Yuan, sich im Fluss Milo zu ertränken. Als die Bewohner der umliegenden Dörfer hiervon erfuhren, machten sie sich mit ihren Booten auf die Suche nach seinem Körper. Sie trommelten, schlugen mit ihren Paddeln auf das Wasser und warfen Reis hinein, um die Leiche Qu Yuans vor den gefrässigen Fischen zu schützen. Zu seinen Ehren wird alljährlich im Frühjahr insbesondere in Südchina das Drachenboot-Fest (Duanwu-Fest) gefeiert.  Aus dieser alten Tradition hat sich inzwischen eine moderne, attraktive Sportart entwickelt, die in der ganzen Welt immer mehr Freunde findet.


In asiatischen Ländern kann die Beliebtheit solcher Rennen durchaus mit der von Fußball in Europa verglichen werden. Eines der größten Drachenbootrennen findet am chinesischen Neujahr statt. In der Bucht von Hong Kong verfolgen Hunderttausende von begeisterten Zuschauern - vor Ort oder am Bildschirm - dieses Spektakel. Das Drachenboot-fahren ist die meist verbreitete Wassersportart der Welt. Allein in China wird die Sportart von über 20 Millionen Sportlern ausgeübt. Bereits in über 40 Ländern, über alle Kontinente verteilt, wird aktiv gepaddelt. In Europa sind Deutschland, England und Italien die führenden Nationen. Die Aktivmitgliederzahlen steigen laufend – der Trend ist ungebrochen. Der Drachenbootsport ist keine kurzlebige Modedisziplin, sondern befindet sich voll im Aufwind.
 


Ein Drachenboot ist 12.49 Meter lang und besteht heutzutage aus mit Fiberglas verstärktem Kunststoff. Ein neueres Drachenboot ist mit rund 260 bis 275 kg viermal leichter als ein älteres Holzboot. Die Kosten für diese neuen Boote belaufen sich auf etwa 8.000 Euro.


Ein handgeschnitzter Drachenkopf am Bug und ein Drachenschwanz am Heck schmücken die Bootsenden. An den Seiten der Boote sind vielfach Drachenschuppen aufgemalt. Die Krallen werden durch die Paddel symbolisch dargestellt.
Im Drachenboot sitzen 20 Paddler in 10 Zweierreihen. Im Bug gibt ein Trommler den Takt an. Im Heck steht der Steuermann und hält das Boot auf Kurs. Vorwärts gebracht wird das Boot mit Holzpaddeln, die in einer Kadenz von bis zu 100 Schlägen pro Minute im Wasser beschleunigt werden.


Drachenbootrennen werden in der Regel über Distanzen von 250, 500 und teilweise 1000 oder 2000 Meter ausgetragen. Dabei werden die Kategorien Open, Frauen und Mixed (mindestens 6 Frauen) unterschieden.


Mit einer Maximalgeschwindigkeit von ca. 14-16 km/h brauchen die schnellsten Boote weniger als eine Minute für 250 Meter. Dies ist zwar langsamer als ein Achter im Rudern, aber dennoch beachtlich, wenn man die Verdrängung und das Gewicht eines Drachenbootes berücksichtigt.